Freitag, 11. März 2011

Charlie Sheen: Was hat ihn bloß so ruiniert?

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Los Angeles - Der Vater ist lebende Legende. Der Sohn Überlebender. Einer, der lebt, als gäbe es kein Morgen. Der sagt: „Frank Sinatra und Keith Richards sind gegen mich harmlose Kinder.“

Der damit wohl recht hat. Charlie Sheen (45), der seit Monaten in aller Öffentlichkeit nur noch säuft, kokst und rum hurt, und sein Vater Martin Sheen (71). Was hat den Sohn nur so ruiniert?

Sheen Senior ist einer der größten Hollywoods. Streng katholisch - den Künstlernamen Sheen wählt er zu Ehren eines Bischofs! Politisch aktiv. Seit 1961 mit der gleichen Frau verheiratet, vierfacher Familienvater. Ein Heiliger quasi. Der Sohn daneben ein Mensch. Fehlbar, immer wieder. Dabei „sheen“ ihm doch die ganze Welt offen zu stehen...

Carlos Irwin Estévez, den alle Welt als Charlie Sheen kennt, und sein Selbstmord auf Raten. Vielleicht ist sein Vater mitschuldig am Absturz. Mit gerade mal 13 Jahren nimmt er den Jungen mit zum Dreh von „Apocalypse Now“. Der Papa spielt die Orgie von Gewalt, Drogen und Rock'n'Roll nur. Der Sohn gibt fortant privat die Fortsetzung als Endlosserie.

Er fliegt von der Schule. Der Papa bringt ihn beim Film unter. Lobt ihn für Erfolge („Ich könnte nicht stolzer sein.“), schlägt aber auch öffentlich Alarm: „Mein Sohn ist kokainabhängig. Er braucht Hilfe.“

Trotz aller Abgründe ist Sheen ein toller Schauspieler. Anfangs ist aber der ältere Bruder Emilio Estévez erfolgreicher, obwohl er nicht Papas Künstlernamen übernommen hat. Sheen: „Ich war der Bruder, aber ich wollte doch auch jemand sein.“

Dann klappt's besser. Sheen erntet Applaus und Geld. Umgehen damit kann er nicht: „Für den Umgang mit Ruhm gibt's ja kein Handbuch. Und ich bin sowieso nicht wie andere. Ich bin ja einzigartig.“


Sheen will einfach leben. Ohne Regeln. Und dabei hebt er ab. Mit Michael Douglas etwa glänzt er in „Wall Street“. Damals 1987 ist Douglas süchtig nach Sex. Sheen gibt auch Vollgas. Douglas hat das heute alles längst hinter sich.

Sheen beglückt nach eigener Aussage „über 5.500 Frauen“. Er lässt drei Ehen vor die Hunde gehen. Schießt seiner ersten Frau Kelly Preston in den Arm, heiratet zwei weitere Male, schlägt die Frauen, betrügt sie mit Pornostars. Ein Problem sieht er darin nicht. „Ich lebe halt etwas unkonventionell. Die meisten Männer würden's am liebsten genauso tun.“

Mehrfach landet er vorm Kadi, niemals aber hinter Gittern. Sheen kommt durch, hat jetzt zwei Millionen Fans, die täglich seine durch geknallten „Twitter“-Nachrichten lesen. Dort schreibt er Dinge wie: „Ich bin süchtig. Meine Droge heißt Charlie Sheen.“

Und wenn sie ihn ernsthaft gut finden, denken sie: Wär schön, wenn's so bliebe und er den Koks und den Alkohol einfach mal weglässt.

Von Jörg Philippi-Gerle
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Quelle: http://www.berlinonline.de

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